Motorradausfahrten des OÖMVC 
in zwei Kapiteln
von Hermi Kürner

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Kapitel Eins
„Hitzeschlacht"
26. bis 27. 06. 03.
Ein vollklimatisiertes Auto war für diesen Junitage, mit 36 Grad, das beste Fortbewegungsmittel das man sich nur wünschen konnte. Für uns Motorradfahrer war das nur eine Wunschvorstellung, für unseren Organisator und „Leitmann" Hörtenhuber Fritz, dank eines Bandscheibenvorfalles die pure Realität. Wir hatten ja bei den 2Tages Ausfahrten in den vergangenen Jahren immer mit der Nässe von Außen, in Form des Regens zu kämpfen, dieses Jahr kam die Nässe von Innen, in Form von „Schweißströmen". Doch einen „Alten Biker" wie mich und unser Clubkollegen kann eigentlich nichts mehr erschüttern.
Begonnen hat der Trip am einen herrlichen Samstagmorgen in Steyregg, wo sich .7 Motorräder mit Ihren Fahrern einfanden und dann dem gemächlich dahinfließenden Donaustrom über Mauthausen – Grein nach Persenbeug folgten. Hier wurde „übergesetzt" nach Ybbs und es ging über Wieselburg nach Scheibbs, wo dann auch am Vormittag bereits eine Jausenpause bei 27 Grad im Schatten eingelegt wurde. Gestärkt mit Würstel im Saft, Toast und dergleichen, setzten wir die Fahrt durch die herrliche Bergwelt Niederösterreichs bis nach Mariazell fort. Wie schon erwähnt, immer angeführt vom Fritz und seiner Berta im klimatisierten PKW. Leider ließen wir Mariazell „rechts liegen" (ein kurzer Aufenthalt wäre nötig gewesen). Doch was dann folgte entschädigt uns alle. Wir fuhren weiter durch den wildromantischen Rechengraben, vorbei am dunklen Hubertussee, ins beschauliche Fadental, am 1400 Meter hohen Großen Sulzberg gelegen. Hier legten wir unsere Mittagspause ein und verbrachten zwei erholsame, dank der Berge noch relativ kühle Stunden. Die Sonne strahlte aus voller Kraft als wir über den Lahnsattel, den Scheiterboden und Mürzsteg nach Neuberg an der Mürz kamen, um nicht nur unsere von der Hitze geplagten Maschinen zu Tanken und eine Pause zu gewähren, sondern auch die Kühle der mächtigen gotischen Klosterkirche mit ihrer herrlichen Innenausstattung zu genießen. Hier musste natürlich auch unser Flüssigkeitshaushalt wieder stabilisiert werden, da es ja in der Zwischenzeit bereits 34 Grad im Schatten erreicht hatte, und dementsprechend viel Schweiß unter der Lederkluft geflossen war.
Dermaßen versorgt ging es auf die letzte Etappe über Mürzzuschlag nach Krieglach und dann hinauf auf der toll ausgebauten Bergstraße nach Alpl, in Roseggers Waldheimat, wo wir im gleichnamigen Gasthaus die Zimmer bezogen und uns auf eine kalte Dusche freuten. Für meinen Mann Gerhard war die Vorfreude aber die schönste Freude, denn die in unserem Bad befindliche Duschkabine hatte die Ausmaße von 70x70 Zentimeter, mit einem nur 35 Zentimeter breiten Einstieg. Für ein 70 Kilo - Männlein absolut geeignet, aber nicht für ein „gestandenes Mannsbild" von 120 Kilogramm, wie mein Mann. So kämpften wir mit vereinten Kräften, um in die Kabine hineinzukommen, aufrecht stehend, die Duschkabine voll ausgefüllt, zu Duschen und dann wieder herauszukommen, was ja dann leichter war, da er ja doch ein bisschen nass geworden war, und daher leichter aus der Kabine herausrutschen konnte.
Das Abendessen genossen wir dann in der herrlichen Bergluft der Waldheimat, auf der Terrasse des Gasthofs und freuten uns über die Einladung durch den Club und den herrlichen Tag, der hinter uns lag.
Vogelgezwitscher und strahlender Sonnenschein weckte uns am nächsten Morgen. Gestärkt durch ein gutes Frühstück fuhren wir dann zu Peter Roseggers Waldschule, die wir auch besichtigten und einen Eindruck davon bekamen wie hier das Leben vor 150 Jahren war, als das Alpl noch nicht mit eine breiten Straße mit der übrigen Welt verbunden war. Der „Waldbauernbub" beschrieb ja auch seine erste Begegnung mit der „Dampflokomotive" auf der Südbahn und hätte wohl auch über unsere „Gefährte" gestaunt. Leider mussten wir die Kühle des Waldes verlassen um unsere Fahrt zurück nach Krieglach und dann weiter über Veitsch auf den 1068 Meter hohen Pretalsattel fortzusetzen. Eine Landschaft umgab, uns die an die Bergwelt der Dolomiten erinnerte, wo aber leider keine Pause eingelegt wurde. Ab hier verloren wir auch unsere Gruppe, da anscheinend einige das „Rennfieber" gepackt hatte und unser vollklimatisiertes „Leitauto" mit Fritz und Berta auch nicht mehr zu halten war. Das Thermometer stieg unaufhörlich und so stoppten wir auch nicht mehr, um uns am „Fahrplan" zu orientieren. Wir bogen in Gußwerk leider um 4 Kilometer zu früh ab. Erst als wir im wildromantische Salzatal eine Mittagspause einlegten, merkten wir unseren „Fahrfehler", konnten aber wegen des „Funkloches" telefonisch niemanden erreichen. Wir beschlossen daher am Nahmittag, als die Quecksilbersäule auf 37 Grad geklettert war, und wir in unserer „Lederkluft" einen „Saunaufguß" nach dem anderen erlebten, auf kürzesten Weg nach Wels zu fahren. Einmal hielten wir im Ennstal noch an, um uns mit der „Truppe" in Verbindung zu setzten, die in der Zwischenzeit über das Zellerrain nach Gaming - Gresten und Ybbsitz nach Maria Neustift am Wege war und dort noch eine Jausenpause einlegte.
Wir verabschiedeten uns per „Handy" und fuhren über Thernberg und Bad Hall, immer das kühle Schwimmbecken in unserem Garten vor dem Auge, nach Wels. Wir beendeten diese „Hitzeschlacht" um 16.00 Uhr mit einem „Sprung in voller Montur" ins kühle Nass, in Wels in der Kalvarienberggasse.

Auf der Gartenliege träumten wir dann von jener Motorradausfahrt, als es in Strömen regnete, das Thermometer permanent nur 15 Grad anzeigte und die Wäschetrockner des Hotels im Bayrischen Wald die ganze Nacht auf Hochtouren liefen.
Abschließend herzlichsten Dank an Fritz und Berta Hörtenhuber, für die hervorragende Organisation dieser Ausfahrt.